Riester-Rente

10 Jahre Riester-Rente

Seit dem 01.01.2002 können Verbraucher Verträge für staatlich geförderte Altersvorsorge, sogenannte Riester-Rente abschließen. Nach 10 Jahren scheint es an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Studie entkräftet kritischen öffentlichen Diskurs zum Teil

Die Studie hat beachtliche Ergebnisse hervorgebracht: Eine alleinstehende Person hat mit den untersuchten Riester-Renten über die letzten zehn Jahre zwischen 3,22 und 5,19 Prozent jährliche Rendite erzielt. Der Riester-Sparer mit einem Kind hat sogar Renditen zwischen 5,44 und 7,34 Prozent erreicht. Je mehr Kinder ein Riester-Sparer hat, desto höhere Erträge kann er für sich verbuchen. „Solch hohe Erträge konnten Kleinsparer in diesem Zeitraum mit anderen Anlagen kaum erzielen“, betont Ortmann. Zurückzuführen sind diese beachtlichen Renditen nicht nur auf die Leistung der Anbieter. „Vor allem die staatlichen Zulagen geben einen ordentlichen Renditeschub“, stellt der Experte klar. Verträge ohne Riester-Zulagen würden diese Erträge nicht liefern.

Solch hohe Erträge konnten Kleinsparer in diesem Zeitraum mit anderen Anlagen kaum erzielen.

Bei allen vom Institut für Transparenz in der Altersvorsorge untersuchten Produkten wurde dem Kunden mehr ausgezahlt, als Beiträge eingezahlt und Zulagen gutgeschrieben wurden. Und mehr noch: „Insgesamt haben alle Produkte– aus Sicht der Kunden – mindestens die Inflation von jährlich durchschnittlich 1,6 Prozent ausgeglichen“, lobt Ortmann. Dies sei ein „hervorragendes Ergebnis“. Damit ist ein öffentlicher Kritikpunkt entkräftet: Riester-Renten lohnen sich.

Konkurrenzlose Eignung für Kleinsparer

Für den untersuchten Zeitraum dürfe es daher kaum andere Anlagen für Kleinsparer mit höherem Rendite-Potenzial gegeben haben. „Wir können daher die ständige öffentliche Kritik am Riester-Sparen in der bisherigen Form nicht unterstützen“, betont der Fachmann. „Förderberechtigen Anlegern empfehlen wir überzeugt: Sparen in Riester-Renten ist sinnvoll und lohnend.“

Finanzkrise macht Fonds-Sparpläne nur mäßig rentabel

Die Leistung der Kapitalanleger ist ein wichtiger Faktor für die Rendite. Dass die Fonds-Sparpläne in der ITA-Studie renditeseitig nur mäßig abschneiden, führt Institutsleiter Ortmann auf die beiden Finanzkrisen in den letzten zehn Jahren zurück. „Zwei große Aktiencrashs und laufend fallende Zinsen – ein Schreckensszenario für Aktien- und Rentenfonds“, resümiert Ortmann. Mit dieser Entwicklung seien klassische Riester-Rentenversicherungen viel besser klargekommen als Fonds-Sparpläne. In Zukunft könne das Ergebnis aber auch anders herum ausfallen: Die seit Jahren niedrigen Zinsen machten momentan eher den Versicherern zu schaffen. Steigende Aktienmärkte dagegen würden Fonds-Sparpläne beflügeln.

Wenig Interesse an Transparenz – Gesetzgeber muss handeln

Das ist ein Armuts-Zeugnis und belegt mangelndes Interesse an Transparenz

Ernüchtert zeigt sich der Herausgeber der Studie im Hinblick auf die Transparenz. Nur sechs von 43 angefragten Riester-Anbietern haben die nötigen Informationen geliefert. „Das ist ein Armuts-Zeugnis und belegt mangelndes Interesse an Transparenz“, ärgert sich Ortmann. Die Öffentlichkeit habe ein berechtigtes Interesse zu erfahren, ob das Riester-Modell den erwarteten Nutzen gebracht hat. Auch zu zwei weiteren Punkten bleibt Ortmann kritisch: Riester-Produkte seien immer noch nicht ausreichend transparent. Nur langsam begännen einzelne Anbieter damit, ihre Produkte für den Durchschnittsbürger verständlich zu machen. Dem Vorwurf einiger Verbraucherschützer, Versicherer würden mit zu hohen Puffern die Renten berechnen, begegnet Ortmann mit einer Forderung an den Gesetzgeber. „Versicherer sollten ihre Kunden zu mindestens 90 Prozent an den Risikoüberschüssen beteiligen“, fordert Ortmann, dann entfiele die Problematik zu hoher Sicherheitszuschläge bei der Berechnung der Renten.

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10 Jahre Riester-Rente
Dr. Mark Ortmann, Andrej Majorow, Simone Tutone
Mai 2012
52 Seiten
249,00 Euro inkl. MwSt.