RIESTER-RENTE

“12 Jahre Riester-Rente“ Erhebliche Unterschiede bei Ablaufwerten, Kosten und Renten

Zwei Jahre nach der ersten Riester-Bilanz hat das Institut für Transparenz (ITA) für das Verbrauchermagazin Guter Rat zum zweiten Mal echte Riester-Verträge untersucht. Mit zum Teil beachtlichen Ergebnissen. Für die Riester-Sparer der untersuchten Tarife hat sich das Sparen gelohnt, teilweise aber nur wegen der Zulagen. Die sehr unterschiedlichen Kosten wirken sich auf die Erträge aus. Und hohe Ablaufleistungen bedeuten noch nicht automatisch hohe Renten.

Renditen unterscheiden sich erheblich

Die Studie „12 Jahre Riester-Rente“ hat beachtliche Ergebnisse hervorgebracht. Eine alleinstehende Person hat mit den untersuchten Riester-Renten über die letzten zwölf Jahre zwischen 1,65 und 4,86 Prozentpunkte jährliche Rendite erzielt. Der Riester-Sparer mit einem Kind hat Renditen zwischen 3,47 und 6,62 Prozentpunkten erreicht. Damit liegen die Spitzenwerte 0,3 beziehungsweise 0,7 Prozentpunkte unter den Werten für zehnjährige Verträge in der Untersuchung vor zwei Jahren.

Sparer sollten sich vor Beginn der Auszahlungsphase erneut für einen Anbieter entscheiden und zum Rentenbeginn wechseln.

Die niedrigen Zinsen an den Kapitalmärkten haben sich bemerkbar gemacht. Betrachtet man nur die Leistung der Anbieter und lässt den Effekt aus den staatlichen Zulagen außen vor, ergibt sich ein anderes Bild: Dann liegen die Renditen der Verträge bei der alleinstehenden Person zwischen 0,23 und 3,51 Prozent beziehungsweise 0,2 und 3,5 Prozent, wenn der Riester-Sparer ein Kind hat. Die staatlichen Zulagen haben einen erheblichen Einfluss auf die Rendite.

Über 3.600 Euro Unterschied

Ein Riester-Sparer ohne Kind konnte nach zwölf Jahren eine Ablaufleistung von rund 22.747 Euro erzielen (Cosmos Lebensversicherung, Tarif CFRA.1). Wer sich dagegen im Jahr 2002 für die Ergo Kaiserrente entschieden hat, musste sich mit 3.623 Euro weniger begnügen. Bei allen Tarifen haben die Sparer Erträge erzielt, die deutlich oberhalb der Inflation und – bis auf die Ergo Kaiserrente – auch oberhalb des Geldmarkzinses EONIA liegen. Lässt man die durch Zulagen erzielte Rendite unberücksichtigt, schafft das letztplatzierte Produkt keinen Inflationsausgleich.

Kostenunterschiede wirken sich aus

Ein Grund für die deutlichen Unterschiede zwischen den Tarifen sind neben der Ka- pitalanlage die Kosten. Bei klassischen Rentenversicherungen liegen die über alle Jahre aufsummierten Kosten zwischen 879 Euro und 2.362 Euro. „Die Untersuchung zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Transparenz ist. Kunden müssen Leistungen und Kosten leicht erkennen können, um das für sie beste Produkt finden zu können“, resümiert Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA.

Höchste Renten kommen nicht aus höchstem Guthaben

Die meisten Versicherer starren auf die Transparenz wie das Kaninchen auf die Schlange.

Beachtliche Ergebnisse zeigt auch die Untersuchung der Renten. Die garantierten Renten liegen zwischen 721,20 Euro (DWS TopRente Balance) und 1.337 Euro (LVM-Privat-RentePlus) für den Sparer ohne Kind. Berücksichtigt man die aktuellen Überschüsse steigen die Renten auf 1.188 Euro (DWS TopRente Balance) bis 1.544,00 Euro (Volkswohl Bund ASR). Die Anbieter mit den höchsten Ablaufleistungen zahlen nicht unbedingt die höchste Rente. Und Anbieter mit niedrigen Ablaufwerten zahlen nicht unbedingt die niedrigsten Renten. Dieser Effekt ist nur zum Teil auf die Kosten in der Auszahlungsphase zurückzuführen. Gerade klassische Renten weisen nur geringe Kosten im Rentenbezug auf. Die verwendeten Sterbetafeln dürften hier eine größere Rolle spielen.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig das Wechselrecht ist“, betont Ortmann. „Sparer sollten sich vor Beginn der Auszahlungsphase erneut für einen Anbieter entscheiden und zum Rentenbeginn wechseln“, empfiehlt Ortmann, und fordert weiter: „Bei Basis-Renten sollte das Wechselrecht unbedingt als Zertifizierungskriterium vorgegeben werden.“

Viele Anbieter sperren sich weiter

Zehn Anbieter sind der Anfrage des ITA nachgekommen und haben die erfragten Daten zu insgesamt 12 Produkten zur Verfügung gestellt. Mit den in dieser Untersuchung dargestellten Produkten werden etwa 15 Prozent der 2002 angebotenen Riester-Rentenversicherungen und 86 Prozent der zum gleichen Zeitpunkt angebotenen Riester-Fondssparplänen abgebildet. „Die meisten Versicherer starren auf die Transparenz wie das Kaninchen auf die Schlange“, bemängelt Ortmann die geringe Offenheit der Branche. Umso mehr verdienen diejenigen Anbieter ein Lob, die offen waren und sich an der Untersuchung beteiligt haben.

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12 Jahre Riester-Rente
Dr. Mark Ortmann, Simone Tutone, Mitarbeit: Olga Kitlein, Silvia Fiedler
November 2014
103 Seiten
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