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ITA prüft erstmals Produktinformationsblätter zu Renten- und Kapitalversicherungen

Das Institut für Transparenz (ITA) hat Produktinformationsblätter (PIBs) von Renten- und Kapitalversicherungen untersucht. Die Analyse von 438 PIBs von 63 Anbietern bestätigt vorangegangene Untersuchungen: Transparenz ist für viele Versicherer immer noch ein Fremdwort.

Produktinformationsblätter weisen erhebliche Defizite auf

Das ITA hat die Produktinformationsblätter der Renten- und Kapitalversicherungstarife in der dritten Schicht analysiert. In früheren Untersuchungen hatte das ITA bereits die Produktinformationsblätter der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherungen sowie der Risiko-Lebensversicherungen mit BUZ unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse ähneln sich. Viele Produktinformationsblätter erfüllen nicht die gesetzlichen Vorgaben, so wie das ITA sie auslegt. Und richtig verständlich und übersichtlich verfasst ist kein einziges Produktinformationsblatt.

Unsere Untersuchung belegt zum wiederholten Mal, dass Transparenz nicht gelebt wird.

Schwerpunkt der Untersuchung war die inhaltliche Vollständigkeit, also die Erfüllung der gesetzlichen Vorgaben, so wie sie das ITA versteht. Eigentlich ein Muss für alle Anbieter. Doch es gibt immer noch erhebliche Defizite. „Wenn ein Restaurant die gesetzlichen Vorgaben nicht einhält, wird es dicht gemacht. Im Versicherungsbereich überwacht dagegen niemand, ob Versicherer die gesetzlichen Anforderungen bei den Produktinformationsblättern einhalten“, stellt Dr. Mark Ortmann, Geschäftsführer des ITA, fest.

13 Prozent der Produktinformationsblätter schneiden in der Untersuchung mit „sehr gut“ ab. Da die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben schwerer als die Verständlichkeit wiegt, wurden für die inhaltliche Vollständigkeit 60 Prozent der möglichen Punkte vergeben. Das bedeutet, dass die 13 Prozent der Produktinformationsblätter, die mit sehr gut abgeschnitten haben, vor allem die gesetzlichen Vorgaben erfüllen. Hier haben die Anbieter zumindest diese Hausaufgaben gemacht. Leicht verständlich sind sie aber noch lange nicht. Auch die in der Untersuchung sehr guten Anbieter müssen daher dafür sorgen, dass die Produktinformationsblätter verständlicher werden. Das ITA möchte den Markt in Richtung Transparenz bewegen und wird den Schwerpunkt der Bewertungskriterien künftig verlagern. Schon bei der nächsten Bewertung wird die Verständlichkeit höher bewertet. Die Anbieter hatten dann ein Jahr Zeit, ihre Produktinformationsblätter zu überarbeiten.

Wenn ein Restaurant die gesetzlichen Vorgaben nicht einhält, wird es dicht gemacht. Im Versicherungsbereich überwacht dagegen niemand, ob Versicherer die gesetzlichen Anforderungen bei den Produktinformationsblättern einhalten.

Insgesamt haben 61 Produktinformationsblätter von 14 Anbietern den Test nicht bestanden. Das entspricht 14 Prozent aller untersuchten Produktinformationsblätter. Diese erfüllen noch nicht einmal alle gesetzlichen Vorgaben nach Auslegung durch das ITA, geschweige denn die Vorgaben für verständliche Texte. „Unsere Untersuchung belegt zum wiederholten Mal, dass Transparenz nicht gelebt wird“, bedauert Ortmann. Man sagt: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. „Vielleicht wollen einige Anbieter auch gar nicht transparent werden“, orakelt Ortmann. Das wäre allerdings fatal für die ohnehin gebeutelte Branche. Denn Transparenz ist Gesetz und sich verweigernde Anbieter verbessern den Ruf der Branche sicher nicht.

Besonders gravierende inhaltliche Verstöße stellte das ITA bei wichtigen Bestandteilen der Produktinformationsblätter fest. So wiesen Anbieter beispielsweise in 61 Prozent aller Produktinformationsblätter die versicherten Risiken zum Auszahlungsbeginn nicht vollständig aus. Auch die Ergebnisse im Bereich der Übersichtlichkeit und Verständlichkeit lassen häufig zu wünschen übrig. Fast alle Produktinformationsblätter sind in einer Schriftgröße verfasst, die unter 11 Pt. liegt. In 87 Prozent aller Produktinformationsblätter sind auch die Kosten unübersichtlich dargestellt und damit nicht auf den ersten Blick erkennbar. Häufig enthalten die Texte sehr lange Sätze und Wörter und sind daher unverständlich. Gut hingegen ist, dass häufig die einzelnen inhaltlichen Abschnitte optisch hervorgehoben sind.

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ITA Transparenz-Index 2014 für Renten- und Kapitalversicherungen

Juli 2014
421 Seiten
990,00 Euro inkl. MwSt.